Kanal-TV-Inspektion: So erkennen Sie unsichtbare Schäden

14 / 02 / 2026 · 5 Min. Lesezeit · KanalGenie Redaktion

Kanal-TV-Inspektion: So erkennen Sie unsichtbare Schäden

Ein Kanal meldet sich nicht, wenn es ihm schlecht geht. Er arbeitet weiter — mit Riss in der Sohle, Wurzeln in der Muffe oder einer Ablagerungsschicht, die den Querschnitt Jahr für Jahr verkleinert. Sichtbar wird das Problem erst, wenn nichts mehr läuft.

Die Kanal-TV-Inspektion macht diese unsichtbaren Schäden sichtbar, lange bevor sie teuer werden. Eine Kamerafahrt zeigt den Zustand jeder Leitung in hochauflösenden Bildern — die Grundlage für jede fundierte Entscheidung über Reinigung, Reparatur oder Sanierung.

Warum Schäden so lange unsichtbar bleiben

Abwasserleitungen sind fehlertolerant — zunächst. Ein Riss lässt das Rohr nicht sofort einstürzen, eingewachsene Wurzeln blockieren nicht von heute auf morgen, und eine Fettschicht baut sich über Monate auf. Die Leitung funktioniert scheinbar normal, während der Schaden wächst.

Genau diese Gutmütigkeit macht die Schäden teuer: Wenn das Symptom auftritt — Rückstau, Geruch, feuchte Wände — ist aus dem kleinen Befund oft ein Sanierungsfall geworden. Wer früher hinschaut, zahlt weniger.

So läuft eine Kanal-TV-Inspektion ab

Vor der Inspektion wird die Leitung gespült, damit die Kamera freie Sicht hat. Anschliessend fährt ein selbstfahrendes Kamerasystem mit schwenkbarem Kopf durch die Leitung — bei Hausanschlüssen kommen kompakte Schiebekameras zum Einsatz.

Die Fahrt wird vollständig aufgezeichnet. Auffälligkeiten werden verortet, klassifiziert und im Bericht dokumentiert: mit Stationierung, Foto und Schadensklasse. Sie sehen also nicht nur, dass etwas gefunden wurde — sondern wo genau, wie gravierend und was zu tun ist.

Diese Schäden findet die Kamera

Eine professionelle TV-Inspektion deckt praktisch alle typischen Schadensbilder auf:

  • Risse und Scherbenbildung — von der Haarrisse bis zum Rohrbruch
  • Wurzeleinwuchs an Muffen und Anschlüssen
  • Muffenversatz und Lageabweichungen durch Setzungen
  • Ablagerungen, Inkrustationen und Fettschichten
  • Undichte Stellen mit Fremdwassereintritt
  • Einragende Anschlüsse und Hindernisse

Vom Befund zur Massnahme

Der Bericht ist kein Selbstzweck: Aus jedem Befund leiten wir eine konkrete Empfehlung ab. Eine Fettschicht braucht eine Hochdruckreinigung, Wurzeleinwuchs eine Fräsung mit anschliessender Abdichtung, ein gerissener Abschnitt einen Kurzliner — und manches braucht schlicht: nichts, ausser einer Kontrolle in ein paar Jahren.

So fliesst das Geld dorthin, wo es wirkt. Sie sanieren nicht auf Verdacht, sondern auf Basis dokumentierter Fakten — und können Massnahmen budgetieren, statt vom Notfall überrascht zu werden.

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